Sardinien-Urlaub planen – entspannt mit der Fähre ins Inselglück

Für mich beginnt ein Sardinien-Urlaub nicht erst in dem Moment, in dem ich das erste Mal das türkisfarbene Meer sehe. Eigentlich beginnt er schon viel früher – beim Planen, beim Aussuchen der Region und spätestens bei der Frage: Fliegen wir oder fahren wir mit dem eigenen Auto und der Fähre?
 
Gerade wenn Ihr länger auf Sardinien bleiben möchtet oder einfach gern Euer eigenes Auto dabeihabt, finde ich die Anreise mit der Fähre wunderschön. Man fährt auf dem Festland los, lässt langsam den Alltag hinter sich und wacht – wenn man eine Nachtfähre nimmt – am nächsten Morgen mitten im Mittelmeer auf. Und dann kommt dieser Moment, wenn Sardinien am Horizont erscheint. Für mich fühlt sich das jedes Mal schon wie Urlaub an.
 

Welche Fähre passt zu Euch?

Welche Verbindung am besten ist, hängt vor allem davon ab, woher Ihr kommt und in welche Region Sardiniens Ihr möchtet. Für den Nordosten und die Gegend um Budoni, San Teodoro oder die Costa Smeralda sind Olbia und Golfo Aranci besonders praktisch. Wer eher in den Nordwesten möchte, kann Porto Torres wählen. Für den Süden der Insel ist Cagliari interessant.
 
Typische Verbindungen sind zum Beispiel:
 
  • Livorno – Olbia: für viele Reisende aus Deutschland eine sehr angenehme Verbindung, etwa 7–9 Stunden je nach Fähre.
     
  • Genua – Olbia oder Porto Torres: besonders praktisch, wenn Ihr über die Schweiz oder Norditalien anreist; häufig als Nachtfahrt.
     
  • Civitavecchia – Olbia oder Cagliari: interessant, wenn Ihr ohnehin weiter südlich durch Italien reist.
     
  • Piombino – Olbia: teilweise saisonal und eine schöne Möglichkeit für eine kürzere Überfahrt.
     
  • Toulon – Porto Torres: spannend, wenn Ihr über Frankreich anreist.
     
Die genauen Abfahrtstage und Fahrzeiten verändern sich je nach Saison, deshalb schaue ich bei der Buchung immer noch einmal genau, welche Verbindung an meinem Reisetag wirklich angeboten wird.
 

Tagesfähre oder Nachtfähre?

Das ist für mich eine der wichtigsten Entscheidungen. Bei einer Tagesfähre könnt Ihr die Überfahrt richtig erleben: an Deck sitzen, aufs Meer schauen, etwas trinken und langsam Sardinien näherkommen sehen. Das hat etwas ganz Besonderes.
 
Bei längeren Strecken würde ich persönlich aber meistens eine Nachtfähre nehmen. Ihr fahrt am Abend an Bord, schlaft während der Überfahrt und habt am nächsten Morgen noch den ganzen Urlaubstag vor Euch. Gerade wenn vorher schon mehrere Stunden Autofahrt hinter Euch liegen, finde ich das deutlich entspannter.
 

Kabine – ja oder nein?

Bei einer kurzen Tagesfahrt braucht Ihr meiner Meinung nach nicht unbedingt eine Kabine. Dann reicht häufig ein reservierter Sitzplatz oder Ihr sucht Euch einen schönen Platz an Deck beziehungsweise in den Aufenthaltsbereichen.
 
Bei einer Nachtfahrt würde ich eine Kabine aber fast immer buchen. Natürlich kostet sie etwas mehr, aber Ihr habt ein eigenes Bett, könnt Euch zurückziehen, Euch frisch machen und kommt viel erholter auf Sardinien an. Besonders bei längeren Überfahrten ist mir dieser Komfort den Aufpreis wert.
 
Es gibt Innenkabinen ohne Fenster und Außenkabinen mit Fenster. Wenn Ihr hauptsächlich schlafen möchtet, reicht eine Innenkabine vollkommen aus. Eine Außenkabine ist natürlich schöner, wenn Ihr morgens direkt auf das Meer schauen möchtet.
 
Wer mit Hund reist, sollte außerdem darauf achten, eine haustierfreundliche Kabine zu buchen. Diese sind auf vielen Fähren vorhanden, aber häufig schnell ausgebucht.
 

Mit dem eigenen Auto auf Sardinien

Der größte Vorteil der Fähre ist für mich ganz klar das eigene Auto. Ihr könnt alles einpacken, was Ihr wirklich braucht, und müsst nicht bei jedem Koffer überlegen, ob noch ein Kilo hineinpasst. Strandtaschen, Sonnenschirm, Hundesachen, Getränke, Wanderschuhe – alles kann einfach mit.
 
Und auf Sardinien ist ein Auto wirklich Gold wert. Viele meiner liebsten Strände, kleinen Buchten und Orte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer erreichbar. Mit dem eigenen Auto könnt Ihr morgens einfach losfahren und spontan entscheiden, wo Ihr den Tag verbringen möchtet.
 
Für einen Urlaub von nur einer Woche würde ich trotzdem überlegen, ob Flug und Mietwagen nicht entspannter sind. Wenn Ihr aber zwei, drei Wochen oder sogar länger bleibt, kann sich die Fähre mit dem eigenen Auto sehr lohnen.
 

Wann sollte man die Fähre buchen?

Für Juli und August würde ich möglichst früh buchen, besonders wenn Ihr eine Kabine möchtet oder mit Hund reist. Auch rund um Feiertage und Ferienzeiten werden die beliebten Verbindungen schnell voll. Es gibt auf den Fähren nur begrenzte Anzahl an Kabinen in denen Tiere mitreisen dürfen. Diese zeichnen sich dadurch aus, das sie keinen Teppichboden haben.
Diese sind beliebt, daher sich frühzeitig sobald Eure Urlaubszeiten feststehen darum kümmern.
 
Im Mai, Juni, September und Oktober ist es häufig etwas entspannter. Und genau diese Monate liebe ich ohnehin für Sardinien. Die Insel ist ruhiger, die Temperaturen sind angenehm und Ihr könnt vieles viel entspannter genießen.
 

Und dann beginnt Sardinien …

Für mich gehört die Überfahrt inzwischen einfach dazu. Dieses Gefühl, am Abend auf das Schiff zu fahren, den Hafen langsam kleiner werden zu sehen und am nächsten Morgen auf Sardinien anzukommen, ist jedes Mal besonders.
 
Dann öffnet sich die Fähre, Ihr fahrt mit dem Auto hinaus und plötzlich ist sie wieder da: diese warme Luft, das besondere Licht, der Duft der mediterranen Pflanzen und dieses Gefühl von Freiheit.
 
Sardinien beginnt für mich nicht erst am Strand. Sardinien beginnt schon auf dem Weg dorthin.
 
Und vielleicht ist genau das das Schönste an einer Reise: nicht nur anzukommen, sondern schon den Weg zu einem Teil des Urlaubes zu machen.